Von Karlsruhe nach Pforzheim

Die Wanderstrecke an unserem 3. Tag hatte es in sich, denn es ging in einer Tour von Karlsruhe nach Pforzheim. Das sind schon einige Kilometer, aber es gab ein paar sehr positive Sachen. So war das Wetter perfekt und auf der Strecke mussten wir nicht durch Wasser waten, denn hier gab es keine Überflutungen durch das Pfingsthochwasser.

Wir hatten die Übernachtung ohne Frühstück gebucht und beschlossen, das Frühstück mit einer Pause unterwegs zu verbinden. So ging es von Karlsruhe weiter nach Durlach. Dort konnten wir ein ausgeschwärmtes Bienenvolk beobachten. Daneben vielen uns im schönen Durlach auch die vielen Stolpersteine auf. 

In Durlach wartete auch ein kleines Highlight auf uns, denn den Aufstieg zum Turmberg wollten wir nicht zu Fuß machen. Stattdessen stiegen wir in die historische Turmbergbahn von 1888, die auf einer Strecke von 315 Metern eine Höhendifferenz von 100 Metern überwindet.

Vom Turmberg hat man einen großartigen Blick über die Landschaft. Mit einem Schlag waren wir auch aus dem urbanen Umfeld draußen und hatten nun sehr schöne Waldpfade vor uns. Ohne außerordentliche Steigungen ging es nun ständig leicht rauf und runter. 

Mitten im Wald ertönte dann Musik. Ein Mann spielte bei einer Hütte Gitarre und sang. Wir unterhielten uns kurz und erzählten ihn von unserer Wanderung und dem Tagesziel. Er meinte nur, dass Pforzheim so hässlich sei, dass man sich als Saarländer heimisch fühlen könne. Zugegeben, Neunkirchen, Dillingen, Völklingen und viele andere Orte im Saarland sind wirklich nicht schön. Pforzheim hat auch eher ein schlechtes Image. Wir haben noch ein wenig der Musik gelauscht und dann ging es weiter. Alia erzählte viel über ihre Lieblingssendung "Miraculous" und fragte die immer wieder die Hauptcharaktere ab.

Weiter ging es nach Kleinsteinbach. Hier gab es schöne Skulpturen und Kunstwerke. Anders als ursprünglich geplant, sind wir dann in Remchingen entlang der Hauptstraße gegangen, weil wir noch etwas essen wollten. In einem türkischen Imbiss saßen wir uns hin und machten Pause. Die Pause hatte bei Alia nicht für einen Energieschub gesorgt und so schleppte sie sich mehr weiter, als dass sie gewandert ist.

Es wurde nun wieder ländlich und wir streiften nur einen Siedlungsteil von Nöttingen und für die letzten 8 km gab es nur Weg und Landschaft. Alia war jetzt wirklich müde und der Weg hatte auch eine leichte, aber kontinuierliche Steigung. Es war allerhand Motivation notwendig und Alia fragte ständig, wie weit es dann noch sei. Tatsächlich war es auch recht warm und Alia war etwas unzufrieden. Kurz vor dem Ziel hatten wir aber den Scheitelpunkt erreicht und nun ging es wieder leicht bergab. Unser Ziel lag in einem Gewerbegebiet am Eingang von Pforzheim. Das Hotel war recht groß und nach dem CheckIn gingen wir in das italienische Restaurant, das sich bei dem Hotel befand. Dort gönnten wir uns sogar eine Antipasti und später eine große Pizza. Es war für Alia mit 30 km eine lange Tagesetappe und gewissermaßen war das auch der Abschluss der Tour, da am nächsten Tag nur noch der Weg bis zum Bahnhof für uns anstand. Das waren nur wenige Kilometer und es ging nur bergab. Dass es dann doch schwerer werden sollte, konnten wir zu dem Zeitpunkt noch nicht ahnen.

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