Stuttgart nach Plochingen

Das Pfingstwochenende ist eigentlich ideal für eine Wandertour. Leider gab es in diesem Jahr keine Pfingstferien und so ging es am Freitag, dem 6. Juni erst nach der Schule auf nach Stuttgart. Die Fahrt war dann leider wirklich mühsam. Alle Züge hatten Verspätung oder sind ganz ausgefallen. Leider fehlte auch die Transparenz. In Homburg standen wir um 16:05 Uhr und hatten keinen Anschluss mehr. Zuerst ging es dann nach Kaiserslautern. Sehr "nett" wurde meine Frage nach einem geeigneten Anschlusszug beantwortet. "Für solche Strecken kaufen Sie sich besser ein ICE-Ticket". Na ja, das Deutschland-Ticket sollte aber eigentlich ausreichend sein. Lange saßen wir dann in einem Zug, um von dort nach Neustadt zu kommen, aber auch das Zugpersonal konnte nicht abschätzen, wann der Zug starten durfte. Da lagen schon die Nerven blank. In Neustadt hatten wir einen längeren Aufenthalt und haben erst mal ein Eis gegessen. Richtig froh waren wir dann, dass wenigstens dieser Zug pünktlich abfahren konnte. Die Freude währte aber nicht lange, denn in Landau hielt der Zug dann, um auf die Passagiere aus einem verspäteten Zug zu warten. Meine Frage, ob wir denn dann noch den Anschluss in Karlsruhe bekommen könnten, wurde mit "der wartet nicht" beantwortet. Unser Zug fuhr auf Gleis 101 in Karlsruhe ein und bis zum Zug nach Stuttgart mussten wir dann laufen und zwar schnell und lange.

Wir hatten es aber geschafft und erreichten den vollkommen überfüllten Zug, der dann zunächst nicht abfahren konnte, weil er die Türen nicht mehr schließen konnte. Es war aber dann auch egal und wenigstens wussten wir, dass wir noch in Stuttgart ankommen würden. Um 21:30 Uhr kamen wir dann an der Jugendherrberge an. Direkt nach dem Checkin sind wir dann in die Stadt gefahren, um noch eine Kleinigkeit zu Essen.

Es war ein holpriger Start in die Wandertour, aber wir hatten ja noch eine Nacht, um uns auszuruhen, denn am Samstag ging es dann auf unsere Tour.

Die Jugendherberge Stuttgart ist sehr schön gelegen und bietet einen tollen Ausblick. Den konnten wir auch beim Frühstück genießen und dann ging es los. Rund 25 km hatten wir uns vorgenommen und mit dabei waren auch einige Steigungen gleich zum Anfang. Stuttgart bietet eine spannende Topographie und so ging es bergauf und bergab. Wir konnten auch sehen, was Stuttgart einst groß gemacht hatte. So ging es an der Villa Bosch vorbei, die heute die Robert Bosch Stiftung beherrbergt. Viele teure Häuser standen in diesem Bereich. Langsam ging es aber raus aus Stuttgart. So ging es durch den ruhigen Silberwald. Von dort ging es in einen der Vororte von Stuttgart nach Sillenbuch. Man kann gut sehen, dass dieser Vorort sehr beliebt ist, weil er an das U-Bahnnetz von Stuttgart angeschlossen ist. Wir kauften uns dort noch ein paar Getränke und dann ging es weiter. Wir hatten noch ein Telefonat mit Volker Wieland. Er hätte uns beinahe auf der Tour noch besuchen können, war so aber in Gedanken auch mit dabei. Die gröbsten Anstiege waren geschafft und so ging es weiter nach Ostfildern. Auf einer Sinnesbank brauchte Alia nun doch auch eine Pause. Das machten wir ganz richtig, indem wir auch die Schuhe auszogen und die Feuchtigkeit aus den Kleidern etwas verdunsten ließen. Die vielen Steigungen und dann auch der gelegentliche Regen haben dazu geführt, dass unsere Kleider etwas feucht waren. Ich massierte auch die Füße von Alia, denn Regeneration macht einen großen Unterschied und wir hatten ja auch schon über 10 km abgelaufen. Der Blick ging über das Tal des Neckars und man konnte gut sehen, welche Rolle hier die Automobilindustrie spielt.

Die Strecke war jetzt auch weiterhin aussichtsreich und nicht übermäßig anstrengend. Wir gingen am nördlichen Rand einer Siedlung mit den Namen Zollberg weiter. Dort wollten wir auch etwas Essen, da wir schon fast 15 km gewandert waren. Wir dachten zunächst, dass das Restaurant so etwas wie ein Sportlerheim war. Es war aber deutlich vornehmer und qualitativ besser ... und auch nicht so billig, wie erhofft. Wir könnten uns dennoch eine Pause. Gestärkt ging es dann weiter und wir bemerkten auch, dass das Wetter sich nun etwas verschlechtert hatte und regnerischer wurde. Es gibt durch einen äußeren Bezirk von Berkheim und später dann auch über schmalere Pfade durch ein Waldgebiet. 

Der Regen wurde nun immer stärker und wir flüchteten in ein kleines Restaurant vor Deizisau. Hunger hatten wir wirklich keinen, aber ein heißes Getränk und ein paar Runden MauMau taten uns gut. Der Regen ließ dann auch zum Glück nach und es ging weiter auf die letzten 5 Kilometer. Dieser Teil der Strecke ging durch Deizisau und war eher unspektakulär. Alia wollte jetzt auch ans Ziel kommen und da war es gut, dass wir bald Plochingen schon im Blick hatten. 

Es ging über eine schöne Fußgängerbrücke und dann waren wir auch schon bald in unserem Hotel. Wir ruhten uns kurz aus. Das Wetter wurde jetzt noch richtig schön und ich drängte darauf, dass wir uns den Ort noch ein wenig anschauen. Alia kam da nicht so recht in die Gänge, aber dann ging es doch noch durch den sehr symphatischen Ortskern. Ein paar schöne ältere Häuser bilden den Ortskern und dann gibt es noch das sehenswerte Wohnprojekt "Hundertwasserhaus Plochingen". 

Natürlich wollten wir auch noch eine Kleinigkeit am Abend essen und waren uns unsicher, wo wir hingehen wollten. Für Alia war es wichtig, dass es nicht weit weg sein sollte. So ging es in eine nahegelengene Pizzeria. Das hat auch alles ganz gut gepasst.

 

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